Intuition: Du willst es doch (B)auch!

März 5, 2017

Egal ob Bauchgefühl, Intuition oder Vorahnung, wir beschreiben immer denselben Zustand: Ein Gefühl von absoluter Überzeugung, ohne sagen zu können, woher diese Sicherheit kommt. Es ist einfach da und du weißt, dass es absolut richtig/falsch ist. Allerdings ist es nicht so einfach auf seine Intuition zu hören, denn sie hat einen natürlich Feind: den Verstand. Lass uns dem Ganzen einmal auf die Spur gehen und schauen, warum diese innere Stimme immer mehr verstummt…

Intuition brauchst du nicht erlernen

Genau so, wie wir von Natur aus mit Augen, einem Geruchssinn und der Fähigkeit zu schmecken auf die Welt kommen, so bringen wir auch das Bauchgefühl mit in dieses Leben. Man könnte es mit dem Instinkt bei Tieren vergleichen – Man weiß nicht warum man etwas tut/fühlt, aber man weiß, dass man das Richtige tut. Doch ähnlich wie bei unseren anderen Sinnen, gibt es natürlich Möglichkeiten auch diesen „siebten Sinn“ zu schärfen. Doch darum soll es hier nun gar nicht gehen, sondern vielmehr darum, dass wir wieder ein Gefühl dafür kriegen. In unseren heutigen Zeiten ist nämlich genau dieses gar nicht so einfach. Doch warum hören wir immer weniger auf unseren Bauch?

Das Bauchgefühl in rationalen Zeiten

In unserer heutigen, digitalisierten Welt mit Berechnungen, die in rasender Geschwindigkeit ausgeführt werden können, geriet unser Bauchgefühl immer mehr in Hintertreffen. Was heutzutage zählt sind reine Fakten – seien sie wahr oder falsch – aber Fakten sind nun einmal die neue „Währung“ unserer Business-Welt. Oder hast du deinen Chef in letzter Zeit mal sagen hören: „Herr Meier, ich kann Ihnen nicht genau sagen warum wir nun Maßnahme XY treffen, es ist einfach ein Bauchgefühl.“ Wohl eher nicht, oder?

Doch wenn wir mal an „alte Zeiten“ zurück denken, ohne Computer, Technik und peinlich genaue Ergebnisse, finden wir in diesen primitiven Zeiten ebenfalls einige der größten Erfindungen unserer heutigen, modernen Welt. Aber wie kann das sein, wenn es doch dort noch nicht so viele Fakten und Messungen gab? Die Antwort liegt im Entdeckertum und dem Bauchgefühl, dass der eingeschlagene Weg der richtige sein könnte. Dieses benötigen wir heute nur noch selten, denn sobald wir eine Frage haben, wird direkt die Suchmaschine angeschmissen und binnen Sekunden liegt die Antwort, im wahrsten Sinne des Wortes, auf der Hand – nämlich unserem Smartphone, welches uns überall hin begleitet. Hinzukommt, dass wir doch mit unserem Bauch auch gar nichts mehr zu tun haben wollen…

Schlechte Zeiten für Bäuche mit Gefühl

Neben der hoch technologisierten Welt mit ihren akribischen Messungen, dem kritischen Verstand und dem fehlenden Entdeckertum, haben wir uns selbst ein Feindbild geschaffen. Welches das ist? Keine Sorge, dazu kommen wir nun.

Zerlegen wir den Begriff doch einmal: Bauch-Gefühl. Es geht also um die Empfindung, die uns der Bauch mitteilen möchte. Schlechte Zeiten, denn gerade jetzt geht es in unserer Gesellschaft mehr und mehr darum weniger mit dem Bauch zu tun zu haben. Du siehst es überall in der Werbung, bei Light-Produkten und natürlich im allgemeinen Fitnesswahn. Alle suggerieren uns eines: Der Bauch muss weg! Ein Bauch – mit oder ohne Gefühl – ist der neue Staatsfeind #1. Dabei ist es vielleicht sogar die vernünftigste Stimme von allen, die in unseren Köpfen umher spukt.

Intuition lieben lernen – Zurück zur Natur

Ich habe gerade gesagt, dass die Intuition, im Vergleich zum rationalen Denken, manchmal sogar die beste Wahl sein könnte. Lehne ich mich damit zu weit aus dem Fenster? Ich denke nicht. Lass mich dir mal ein einfaches Beispiel geben:

Du läufst eine Straße entlang. Auf deinem Weg kommst du an einem Baugerüst vorbei auf dem fleißige Handwerker ihre Arbeit verrichten. Du bist etwas gedankenversunken – keine Seltenheit – und schlenderst gemütlich weiter. Plötzlich ruft einer der Handwerker: „Achtung!“. Du wirfst einen flüchtigen Blick nach oben, deine Sinne sind geschärft, du erkennst einen Gegenstand auf dich zu rasen, welcher eigentlich nicht freischwebend in der Luft vorkommen sollte, und blitzartig springst du zur Seite. Während dein Herz vor lauter Aufregung in deiner Brust pumpt, zerschellt ein Dachziegel neben dir auf dem Boden. Genau an dem Ort, an dem du gerade noch standst. Glück gehabt, oder?

Was dir hier gerade das Leben gerettet hat, war deine Intuition. Lass uns einmal das Gegenbeispiel anschauen. Erneut läufst du die Straße entlang, siehst die Handwerker auf ihrem formschönen Gerüst, gehst versunken in deiner Fantasie und erneut ertönt der Warnruf. Du schaust nach oben. Hmmm, wer hat denn da wohl geschrien? Was ist das dort? Ist das ein Dachziegel oder ein Hammer? So wie mir scheint, laut Flugbahn, Erdumdrehung mal Pi, und Masse des Gegenstandes scheint mir, als würde dieser Dachziegel genau hier… Patts. Das war´s, denn dein „Dach“ wurde gerade gedeckt.

Keine schöne Vorstellung, aber genau dieses Beispiel finde ich so schön, denn es zeigt genau auf, dass es manchmal eben nicht nur um Fakten geht. Es ist egal ob es ein Hammer, ein Amboss, eine Brotdose oder eben ein Dachziegel ist, was dort geflogen kommt. Glaube mir, es fühlt sich alles nicht so toll an!

Hör doch mal wieder hin!

Ich verstehe sehr gut, dass es Bereiche gibt, in denen man auf Fakten angewiesen ist und wo Berechnungen durchaus ihren Sinn haben. Ich will beide Ebenen nicht verteufeln, habe jedoch immer mehr das Gefühl – ja, ich basiere viele Ansichten auf Gefühlen – dass unsere Welt immer mehr zu Extremen neigt. Man darf Dinge nicht nur „ein bisschen“ machen. Aus low-carb wird No-Carb, als Veganer darf man nicht einmal was Vegetarisches essen – selbst wenn man die anderen 364 Tage vegan lebt – und das Bauchgefühl wird durch reine Fakten ersetzt.

Wie bei so vielem im Leben denke ich jedoch, dass wir wieder lernen sollten ein Gleichgewicht zu finden. Das Leben ist nun einmal nicht schwarz ODER weiß. Es ist schwarz, weiß, rot, gelb, blau und daraus noch vielen mischbaren Farben konzipiert. Es gibt Gut UND Böse, Anspannung UND Entspannung und nicht zu vergessen männliche und weibliche Aspekte unserer Persönlichkeit, die wir keineswegs verleugnen sollten.

Mein (intuitives) Fazit

Ich kann dir nicht genau begründen warum, ABER: ich finde mein Bauchgefühl ist eine ziemlich coole Socke und ich möchte, dass wir alle wieder diese innere Stimme entdecken. Dazu lade ich dich heute – und das bewusst – wieder aktiv ein. Du willst es doch (B)auch! 😉

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