Generation Y = Generation unsicher?

Mai 4, 2016

Meine Generation – die sogenannte Generation Y – steht ja schon seit längerer Zeit auf der „Abschussliste“ der traditionellen Wirtschaft, da wir uns nicht alles gefallen lassen, was andere Generationen vorher oberflächlich lächelnd hingenommen haben. Doch ist unser Selbstbewusstsein gerechtfertigt? Können wir wirklich alles erreichen was wir wollen? Oder ist das alles nur eine Fassade, die wir uns aufbauen und erst bei der bevorstehenden Rente merke: „Das war doch alles nichts?!“

Die Vorgeschichte

Vor einigen Tagen saß ich mit einem Herren Mitte 50 im Gespräch und wir kamen auf das Thema „Generation Y“. Ich selber zähle mich, mit meinen 28 Jahren und dem stark ausgeprägten Freiheitsdrang, voll und ganz dazu. Wir sprachen über die vielen Möglichkeiten, die „Y´s“ haben und welcher Sinn dahinter steckt. Ich hörte mir das Ganze eine Zeit lang an und dann kam ein Satz, welcher mich und mein Denken kurz verwirrte: „Die Generation Y ist doch nichts anderes als die Generation unsicher“. Hmmmm. Diesen Satz musste ich erstmal verdauen und wollte, persönlich angegriffen von dieser Aussage, direkt zum Gegenschlag ausholen. Doch bevor ich schlagartig meine verbalen Waffen auspacken wollte und in den Krieg der Worte eingestiegen wäre, hielt ich kurz inne und stellte mir selbst die Frage, ob er Recht haben könnte. Sind wir eine Generation getrieben von unserer eigenen Unsicherheit und Verwirrung?

Was die Generation Y ausmacht

Ich hatte nun einige Tage Zeit mich mit dieser Aussage auseinanderzusetzen und neben den hellen, lichtvollen Seiten auch einmal die Schattenseiten einer ganzen Generation zu beleuchten. Für mich ist die Generation Y mehr als eine Generation, die nicht weiß, wohin die Reise gehen soll. Eigentlich wissen wir viel stärker als alle anderen Generationen, wohin es gehen soll, nämlich in die „richtige“ Richtung!

Die Generation Y ist für mich…

… eine Generation, die sehr gut reflektiert ist

… eine Generation, die neue Wege geht

… eine Generation, die für ihre Ideale und Wertvorstellungen einsteht

… eine Generation, die mit kreativen Ideen die Welt revolutioniert (Start-Up Mentalität)

… eine Generation, die sich erlaubt Fehler zu machen und den Kurs beizusteuern

… eine Generation der Freiheiten und Selbstverwirklichung

… eine Generation abseits der „work-life-balance“ – unser Lifestyle ist unsere Arbeit!

Klingt das für Dich nach Unsicherheit und Verzweiflung?

Ein Morgen in der Generation Y

Nach einem wundervoll erquickenden Morgenritual, starte ich in den Tag. Heute geht es nicht zur Arbeit, denn ich habe mir einen Tag Auszeit genommen, statt mich künstlich durch den Tag zu bringen und „Pseudo-Leistung“ zu erbringen. Ich steige in die U-Bahn und fahre in die schöne Hamburger City, wo ich mich gemeinsam mit meinem Notebook in einem der trendigen Coffee-Shops meiner Generation niederlasse. Während ich in meinen köstlich, veganen Bagel beiße und meinen grünen Smoothie genieße, strahlt mir die Sonne wohlig-warm in mein Gesicht. Auf den Ohren habe ich ein Hörbuch zum Thema Persönlichkeitsentwicklung. Ich freue mich, dass ich von einer ehemals 40-Stundenwoche auf 32-Stunden verkürzt habe und mich nun noch mehr um mich und mein Wohlbefinden kümmern kann.

Während ich hier sitze, hetzt sich eine Vielzahl von Menschen durch den Laden. Sie scheinen getrieben vom Zeitdruck und auf der Suche nach einer kurzen Kaffeedröhnung um endlich wach zu werden und den Tag zu durchstehen. Viele von ihnen tragen„Business-Look“ und sehen sichtlich erschöpft und müde aus. Statt sich bewusst eine „Genuss-Auszeit“ zu nehmen, sind hier die Stichwörter kurz, die Becher to-go und es wird nur fix die Plastikkarte gezückt…kurz warten…und Abflug. Weiter in der Schlange der Gleichgesinnten und hinein in die Büros um die 8 Stunden rum zu bekommen, die einen von der Freizeit und dem angenehmen Leben trennen.

Wer hat denn hier die bessere Wahl getroffen?

Generation Y in Real Life

Ich möchte dich mit auf eine Reise nehmen. Eine Reise auf der ich dir zeigen möchte, wer die „Gesichter“ der Generation Y sind und welch grandiosen, weltverändernden Projekte sie auf die Beine stellt. Ein Freund von mir, Robert Gladitz (Weltverbesserer und tomatiger-Youtuber), hat dieses Thema in seiner „Awesome People Conference“ aufgegriffen. Vom 21. – 29. Mai 2016 zeigt er bei diesem kostenlosen Online-Event 26 große Gesichter und deren Geschichte – mitten aus der Generation Y. Die gewagte These dabei: „JEDER kann sich ein Leben aufbauen, das man jeden Tag auf´s Neue liebt“.

Wenn Du Lust hast mehr über diese inspirierenden und mitreißenden Interviews zu erfahren und an der online-Konferenz teil zu nehmen, dann kannst Du das HIER tun.

Mein Fazit

Die oben genannten Beispiele klingen überspitzt, sind aber aus dem wirklichen Alltag zweier Generationen gegriffen. Natürlich habe ich nicht jeden Tag frei und sitze im Café, ABER ich gestehe mir diese Zeit zu. Ich verstehe, dass wir aus der Sicht der „klassischen Generationen“ als sprunghaft, sensibel, arbeitsfaul und unsicher scheinen. Wohingegen wir diese Generationen als unachtsam, zu zielstrebig und aufopfernd ansehen. Ist es deshalb ein Kampf der Generationen oder gibt es eine Möglichkeit diese Generationen zusammen zu führen?

Meiner Meinung nach gibt es bereits einen gemeinsamen Nenner. Wir alle haben dasselbe Ziel: Glück & Lebensfreude. Natürlich definiert jeder dieses Ziel für sich als etwas Anderes, doch mit der Symbiose aus unseren Fähigkeiten können wir dieses – statt im Konflikt – gemeinsam erreichen. Die Generation Y kann definitiv vom Know-How der anderen Generationen lernen. Im Gegenzug dafür, ebnen wir allen Generationen die Möglichkeit endlich aus der Norm auszubrechen. Es gilt nicht mehr als verpöhnt weniger als 40 Stunden zu arbeiten, ernährungstechnisch auf sich zu achten oder ein Sabbatical einzulegen. Also warum sollte man schauen welche Seite die „Wahre“ ist? Sollten wir doch lieber „the best of both worlds“ nehmen und das als Grundlage für eine bessere, zufriedenere und lebensfreudigere Welt nutzen. Und wenn mich jemand Träumer nennt, dann entgege ich nur mit:

„Träumer haben vielleicht keinen Plan, aber Realisten haben keine Visionen.“

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7 Kommentare

  • Reply Stefano Vicinoadio Mai 4, 2016 at 8:27 am

    Sehr geil auf den Punkt gebracht!!!
    Gruss Stefano

    • Reply sg_admin Mai 9, 2016 at 9:41 am

      Danke mein Lieber, für coole Leute wie dich mache ich das alles hier 😉

  • Reply Jana Mai 4, 2016 at 7:27 pm

    Obwohl ich zur Generation X gehöre, finde ich mich in Deinem Artikel wieder. Super auf den Punkt gebracht. Sehr schön reflektiert. Merci dafür.

    • Reply sg_admin Mai 9, 2016 at 9:42 am

      Danke liebe Jana, ich denke egal ob X, Y oder Z, wir sind alle eins und so sollten wir uns auch geben <3

  • Reply Natalie Mai 9, 2016 at 9:14 am

    Sehr schön geschrieben! Ich gehöre auch zur Generation Y und beschäftige mich im Rahmen meiner Bachelorthesis im Moment sehr intensiv mit dem Thema. Es ist immer lustig zu lesen, wie Selbst- und Fremdbild auf diesem Gebiet auseinander gehen. Schön ist jedoch, dass viele Unternehmen mittlerweile bereit sind, sich auf die gewandelten Ansprüche unserer Generation einzulassen. Das gibt Hoffnung für das Leben nach dem Studium! 😀
    Viele Grüße,
    Natalie

    • Reply sg_admin Mai 9, 2016 at 9:43 am

      Hey liebe Natalie, da hast Du dir ein super Thema für die Thesis rausgesucht. Ich war am Wochenende auf der DNX und es war super cool soviele Gleichgesinnte zu treffen. Man merkt es überall: die neue Bewegung kommt und wird richtig genial!!! 🙂

  • Reply Glucosebrainy Juni 17, 2016 at 7:46 am

    Bei dem Thema geht es mir sehr ähnlich und ich bin gespannt, wohin mein Weg mich führt!

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